Wundmale - Freundeskreis Viktoria Hecht e.V.

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Wundmale

Viktoria auf ihrem Krankenlager


Die Wundmale Christi zeigten sich erstmals am 13.08.1869, dem Freitag vor dem Fest Mariä Aufnahme in den Himmel, an Händen, Füßen, der Brust und an der Stirn.
Es sprach sich rasch im Ort herum, was dem Viktörle widerfahren sei. Sie selbst ertrug ihr Leiden in aller Demut und Zurückhaltung. Als die Familie in die ehemalige Klause neben der Gangolfskapelle in Wolpertswende umzog, entstand eine regelrechte Wallfahrt der neugierigen Zeitgenossen an das Bett der Viktoria. Manchmal herrschte dabei ein solches Gedränge in der Stube, dass die Bettstelle beinahe zerdrückt wurde. Der damalige Ortspfarrer ordnete an, die Wundmale zu verbergen. Als die Vorgänge dem Dekan von Ravensburg zu Ohren kamen, versuchte dieser, die Wallfahrten sofort zu unterbinden, da das Oberamt bereits mit polizeilichen Maßnahmen drohte. Die zwei Oberamtsärzte Dr. Stiegele von Ravensburg und Dr. Stützle aus Buchau bekannten, dass Viktorias Wunden weder künstlich noch durch Betrug erzeugt waren, und dass sie vom ärztlichen Standpunkt aus nicht erklärt werden können. Die Wundmale Viktorias waren vom August 1869 bis 15. August 1874 sichtbar, wozu (ärztlich) konstatierte Schlaf- und nur selten unterbrochene Nahrungslosigkeit traten bzw. das ekstatische Miterleben der Passion. Als auch noch ein Vikar, der zur Krankheitsvertretung in Wolpertswende weilte, einen missglückten Exorzismus vornahm, sollte die Viktoria in die »Irrenanstalt« Schussenried verbracht werden. Doch der Ortspfarrer und die Kirchengemeinde machten sich für »ihr« Viktörle stark. So blieb sie in Wolpertswende. Schließlich flehte Viktoria selbst zum Herrn, ihr diese Last zu nehmen, und wurde erhört. An Mariä Himmelfahrt 1874 schlossen sich die Wundmale wieder, der Schmerz aber blieb. Und dennoch war sie auch weiterhin Gegenstand frommer Besuche. Bis zu ihrem Tod erlebte sie nun mehr als 15 Jahre lang "Freitagsekstasen", in denen sie stundenlang wie tot im Bett lag. Über die ihr dabei zuteil gewordenen Visionen konnte sie nichts berichten.

Geweihte Gegenstände erkannte Viktoria ohne sie zu sehen, ebenso das Nahen des Priesters und der Eucharistie. Erstaunliche Hilfe leistete sie durch ihre übernatürlichen Kenntnisse in der Seelsorge der Pfarrei. Dabei hatte auch sie unter furchtbaren dämonischen Angriffen zu leiden.


Pfarrer Josef Anton Mühlebach (1809 - 1885) war von August 1858 bis zu seinem Tod Pfarrer in Wolpertswende.
Bei der Investitur von Pfarrer Mühlebach war Viktoria 18 Jahre alt und eben durch den zweiten Sturz vom Heuwagen in die Leidensschule eingetreten. Von da ab ist er bis zu ihrem 46. Lebensjahre der persönliche Augenzeuge aller Ereignisse und Erscheinungen im Leben der so schwer heimgesuchten Viktoria gewesen. Er hat stets die nötige Ruhe und Sachlichkeit bewahrt, sie streng beobachtet und klug behandelt, und wenn er mit den Jahren sich ein festes Urteil über ihre Zustände bildete, so war dieses auf gute Gründe aufgebaut. Er verstarb am 25. Oktober 1885 während der Sonntagsmesse in Wolpertswende und wurde dort auf dem Friedhof beerdigt.

Von ihm ist der nebenstehende "Bericht über die mit den 5 Wundmalen des Herrn begnadigten Jungfrau   V i c t o r i a   H e c h t   von Haller" verfasst.   


Quelle Pfarrarchiv Wolpertswende
 
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